…ob man sich mit dieser Auswahl nicht schon zu früh festlegt. Ich glaube aber, das passiert eher durch das erste größere Projekt als durch die Sprache selbst. Wer mit TypeScript eine kleine Anwendung baut, die Daten speichert, Tests hat und irgendwo läuft, lernt vermutlich mehr als jemand, der fünf Sprachen bis zum dritten Tutorial kennt.
Für Einsteiger würde ich deshalb nicht nur „Python oder TypeScript“ sagen, sondern auch: schau dir zehn aktuelle Stellenanzeigen aus deiner Gegend an und such dir daraus ein kleines Projekt. Bei C# etwa eine einfache Verwaltungsanwendung mit PostgreSQL und Login, bei TypeScript vielleicht ein kleines Frontend mit API. Dann merkt man recht schnell, ob einem der Stack liegt und welche Werkzeuge in den Firmen wirklich dazugehören. Die Stellenanzeigen sind da oft ehrlicher als irgendwelche jährlichen Sprachrankings.
Bei KI sehe ich Python weiterhin weit vorne, aber nicht unbedingt, weil Python selbst so magisch wäre. Es ist eher die gemeinsame Sprache für Bibliotheken, Notebooks und Beispiele. Wer dort beruflich einsteigen will, sollte zusätzlich SQL und ein bisschen Statistik lernen. Sonst kann man zwar ein Modell starten, weiß aber nicht, ob die Daten gerade Unsinn erzählen – der Klassiker mit sehr selbstbewusstem Quatsch.
Ich habe vor einiger Zeit mal ein kleines internes Tool erst in Python und später aus Neugier in Go nachgebaut. Python war deutlich schneller fertig, Go fühlte sich beim Deployment angenehmer und übersichtlicher an. Für das konkrete Problem waren aber weder die Sprache noch das Framework der Engpass, sondern Anforderungen, Tests und die Frage, wer das Ding sechs Monate später warten soll. Daher: Sprache passend zum Ziel wählen, aber auf Wartbarkeit und Grundlagen setzen. Das überlebt vermutlich mehr Trends als Rust gegen Python auszudiskutieren 😉