Das mit dem Autobahnschild über der Kuppe klingt nach dem klassischen Fall „technisch korrekt erkannt, trotzdem völlig daneben“. Wenn das Auto dabei mehrfach hart bremst, ist der Sicherheitsgewinn auch schnell dahin – der Hintermann bedankt sich dann vermutlich besonders herzlich.
Den Spurhalteassistenten lasse ich auf langen, gut markierten Strecken gern arbeiten. In Baustellen, bei Schnee oder wenn alte und neue Fahrbahnmarkierungen gleichzeitig sichtbar sind, ist er für mich eher ein zusätzlicher Beobachter als eine Hilfe. Wichtig finde ich, dass man ihn wirklich mit einem Tastendruck abschalten kann und nicht erst durch vier Untermenüs muss.
Bei Touchscreens sehe ich das ähnlich: Für Navi und Musik meinetwegen, aber Heizung, Scheibenwischer oder Assistenzsysteme sollten blind und direkt bedienbar sein. Während der Fahrt im Menü nach „Lenkunterstützung, Unterpunkt Sicherheit, Seite 3“ zu suchen, ist nun wirklich kein Fortschritt. Da wird aus Assistenz schnell Beschäftigungstherapie.
Die Verantwortung bleibt am Ende beim Fahrer, klar. Aber Hersteller können sich damit nicht komplett aus der Affäre ziehen. Wenn ein System regelmäßig grundlos bremst oder hektisch lenkt, wird es irgendwann ignoriert oder dauerhaft abgeschaltet – und dann ist auch niemandem geholfen. Mich würde mal interessieren, ob jemand schon ein Auto hatte, bei dem sich die Empfindlichkeit der Assistenten vernünftig einstellen ließ, statt nur an oder aus.