Generation X und die Rente

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    In diesem Artikel der Tagesschau wird ein Problem beschrieben, an dem ich auch seit einiger Zeit am Knabbern bin. Ja, auch ich hab mich, was die Rente betrifft, lange auf den Staat verlassen. Ob das nun damit zusammen hängt, dass ich zeitlich der Generation X zuzuordnen bin oder einfach daran, dass ich es einfach nicht besser gewusst habe? Keine Ahnung. Erst in den letzten Jahren wurden die Bauchschmerzen immer größer, da die Zukunft alles andere als rosig ausschaut.

    Ich habe daher ebenfalls Anfang letzten Jahres "die Rentenaufstockung" selbst in die Hand genommen und bin zum ETF-Sparer über Trade Republic* geworden. Viel Zeit hab ich nicht mehr und deshalb baller ich da alles rein, was ich übrig habe. Das meiste in ETF, der Rest aufs Cashkonto als verzinster "Notgroschen". Mindestens 250 im Monat, wenn es geht auch mehr.

    Dann kommen aber auch wieder die Zweifel. Macht das Sinn? Werd ich überhaupt so alt, dass ich mal Rentner werde? Keine Ahnung. Ich will halt einfach kein Pfand sammeln müssen, um über die Runden zu kommen.


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  • ich hab manchmal das gefühl, wir hängen alle so in diesem merkwürdigen zwischenraum fest: zu jung, um aufzugeben, zu alt, um noch wirklich entspannt etwas Neues aufzubauen. generation x hat irgendwie das volle paket erwischt – groß geworden mit dem versprechen „der staat fängt dich auf“, und jetzt ist da dieses immer lauter werdende knirschen im system, wie ein haus, das eigentlich schon seit jahren einen riss in der wand hat, den man aber nie ernst nehmen wollte.

    dieses ETF-Thema… ich glaub, wir machen das alle so ein bisschen mit zusammengebissenen zähnen. nicht, weil wir echte überzeugungstäter an der börse wären, sondern weil uns sonst einfach nix bleibt. so fühlt es sich für mich zumindest an. man wirft geld in einen topf, den man nicht wirklich versteht, hofft, dass die welt nicht komplett abbrennt, und wartet darauf, dass sich das irgendwie rentiert, bevor man selber in die jahre kommt. es hat was von einem gebet, nur ohne religion.

    die frage „werd ich überhaupt alt genug, um rente zu kriegen?“ ist dabei fast schon der dunkle humor unserer generation. irgendwo zwischen ernster sorge und diesem bitteren lachen, das man kriegt, wenn man keine guten alternativen sieht. ich denk mir manchmal: vielleicht geht’s weniger um die sichere rente und mehr darum, dass man überhaupt irgendeine form von selbstbestimmtem abfedern findet – ein kleines stück autonomie in einem system, das immer unsicherer wirkt.

    was mich bei dir interessieren würde: hilft dir dieses bewusstere kümmern um die eigene rente ein bisschen beim bauchgefühl? oder wird es dadurch eher schlimmer, weil man sich regelmäßig mit der unsicherheit auseinandersetzen muss?

  • was mich bei dir interessieren würde: hilft dir dieses bewusstere kümmern um die eigene rente ein bisschen beim bauchgefühl? oder wird es dadurch eher schlimmer, weil man sich regelmäßig mit der unsicherheit auseinandersetzen muss?

    Es beruhigt schon etwas. Mir geht es ja nicht darum, die Rente monatlich aufzustocken (das schaffe ich einfach nicht mehr), sondern einen Puffer für plötzlich auftretende Mehrkosten. Das kann eine kaputte Waschmaschine, eine Werkstattrechnung oder mal eine kleine Reise sein. Dann kommen noch Gesundheitsfragen dazu. Für die normalen monatlichen Kosten will ich das eigentlich nicht anfassen - dafür muss die normale Rente einfach reichen. Könnte sonst übel werden.

    Aber wer weiß - vielleicht schaffe ich es ja doch noch, genügend für ein monatliches Taschengeld anzusparen.

    Dazu kommt noch, dass ein Teil des Ersparten für meinen "Abgang" zur Verfügung stehen soll. Ich möchte meine Angehörigen nicht mit den Kosten für die Bestattung alleine lassen.

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  • Das ist irgendwie wirklich eine saublöde Situation bei euch. Bei mir sieht es da doch viel entspannter aus. Bin Mitte 20 und lege monatlich ein Fuffi an (übrigens auch ETF). Was ich an Steuern zurückbekomme, fließt dann noch als Sonderzahlung mit rein. Das lappert sich. Ich bin da recht entspannt.

  • Passend zum Thema:

    So viel Rente braucht es für ein Leben in der Mittelschicht
    Zur Mittelschicht zu gehören, gilt für viele als Maßstab für ein gutes Leben. Doch was bedeutet das im Ruhestand – und wie hoch muss die Rente dafür sein?
    www.capital.de

    Hier sieht man noch einmal schön, welche Lücke da entsteht, die ausgeglichen werden müsste, um sicher zu sein. Im Artikel ist dieses Beispiel zu finden:

    Quote

    Ein Single, der zuletzt 2500 Euro netto verdient hat, gehört damit zur Mittelschicht. Um den Lebensstandard zu halten, bräuchte er im Ruhestand rund 1750 bis 2000 Euro im Monat. Liegt seine gesetzliche Rente bei etwa 1300 Euro, ergibt sich eine monatliche Lücke von 450 bis 700 Euro. Auf den ersten Blick wirkt das überschaubar. Über die Jahre summiert sich der Betrag jedoch erheblich. Bei einer Rentenphase von 20 Jahren fehlen so schnell mehr als 100.000 Euro. Der Betrag fällt umso höher aus, je größer die Rentenlücke ist und je länger man lebt.

    Die 20 Jahre schaffe ich vermutlich nicht, aber die fehlenden 100.000 Euro - die sind eine Hürde die schwer wird, aber machbar ist. Ohne Rendite zu berücksichtigen, müsste ich also jeden Monat knapp 500 Euro in den Sparstrumpf legen, um das Ziel zu erreichen. Das ist auf keinen Fall auf Dauer möglich. Manche Monate schaffe ich es derzeit aber.

    Jetzt lege ich das aber nicht in den Sparstrumpf, sondern in 4 verschiedene ETFs (4-9% erwartet) und Notgroschenkonto (ca 2%). Es fließen mindestens 50 Euro in jeden einzelnen dieser Töpfe, manchmal aber auch mehr.

    Bei den ETFs bedeutet das (wenn ich heute bei 0 beginnen würde und meine verbleibenden 17 Jahre so durchziehe) und von der üblichen Rendite von 4-9% ausgehe:

    Einzahlungen je ETF: 10.200 Euro
    Endsumme je ETF: 14.623 - 24.126 Euro

    4 hab ich, also

    Einzahlungen: 40.800 Euro
    Endsumme: 58.492 - 96.504 Euro

    Hier komme ich den fehlenden 100.000 also ein ganzes Stück entgegen.

    Mein Notgroschenkonte ist aktuell mit 2% verzinst. Der Zinssatz ist an die EZB gekoppelt. Das kann also auch mal ganz anders ausschauen. Von daher gibts einfach mal ein Fenster von 0% - 2%. Da wären wir bei

    Einzahlungen 10.200 Euro
    Endsumme: 10.200 - 12.157 Euro

    Das ist nicht wirklich viel, aber ich kann jederzeit darauf zugreifen.

    Insgesamt stehen mir also theoretisch 68.692 - 108.661 Euro zur Verfügung, um etwas auszugleichen. Hier hält aber auch das Finanzamt noch die Hand auf - die sind bisher nämlich noch gar nicht berücksichtigt.

    Ich schaffe es also nicht ganz, die fehlenden 100.000 komplett auf der Hand zu haben. Die brauche ich aber vermutlich auch nicht. Zum einen lebe ich seit vielen Jahren, aus der Not geboren, recht sparsam und frage mich eh immer: Wieso braucht ein Single so viel Kohle? Bei uns hat das für 3 gereicht. Dann gibt es auch heute noch viele Kosten, die ich mir im Alter sparen könnte, welche also derzeit Luxusausgaben sind. Ob ich als Rentner aufhöre zu arbeiten, steht auch noch in den Sternen. Es kann also durchaus sein, dass ich auch als Rentner noch weiter ansparen kann. Die Betonung liegt hier bei "es kann" - zwingt mich ja keiner. Da macht das Arbeiten nämlich auch gleich viel mehr Spaß, wenn es kein "muss" ist.

    Mein Fazit:
    Ja, mit 50 anfangen ist verdammt spät, aber es bringt durchaus noch was. Wäre das nicht der Fall, würde ich es ja auch nicht machen. Und wenn ich vorher umfalle, dann war auch nicht alles für die Katz - es ist dann genug, um mich unter die Erde zu bringen. Der Rest kann mir dann ja auch egal sein.

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