Wann trennt Deutschland endlich Kirche und Staat?

Aktualisiert am 30. September 2022

Die Kirche hat scheinbar Narrenfreiheit und darf tun und lassen was sie will. Ein Eindruck den viele, auch ich, haben. Obwohl wir laut Grundgesetz keine Staatskirche haben, kommen wir dennoch nicht um sie herum, wie kann das sein?

Der Staat treib die “Clubbeiträge” in Form der Kirchensteuer ein. Gut, denken sich jetzt einige – was hab ich damit zu tun, ich zahl ja keine. Richtig – ich zahle auch keine Kirchensteuer, aber dennoch zahlen wir alle Geld an die Kirche, ob wir wollen, oder nicht – aber dazu später nochmal.

Man sollte ja nun meinen, die Kirchensteuer wird dann für alles verwendet, wofür die Kirche mit ihren Namen steht. Alles? Nein, nein – für die Diakonie und die Caritas zahlt der Staat noch zusätzliche Gelder, vermutlich weil es billiger ist, als die Probleme zu beseitigen – aber darum geht es nicht. Die Kirche(n) schmücken sich also als Wohltäter mit den beiden sozialen Gebilden, obwohl nicht sie es sind, die es bezahlen. Das könnte doch aber auch der Staat in Eigenregie machen und noch viel mehr weil…

Seit über 100 Jahren zahlen wir Staatsleistungen an die Kirche, eine Entschädigungszahlung weil irgendwelche Fürsten 1803 mal die Kirche enteignet haben!? Die Fürsten haben sich sicher eine goldene Nase verdient, aber was haben wir damit zu tun? War es damals so vorgesehen, dass die Kirche mit unendlichen Summen entschädigt wird? Na da möchte ich aber auch enteignet werden, wenn ich dadurch dann ein festes Gehalt ohne Gegenleistung bekomme. Das kann doch nicht richtig sein und während eine “Solibeitrag” fast für Mord und Todschlag sorgt, scheinen die Zahlungen aber nur ein paar wenige zu stören. Vermutlich aber, weil keiner davon weiß!

Sonderrechte der Kirche. Warum haben die Kirchen mehr Freiheiten und Rechte als andere Religionsgemeinschaften? Also wenn, dann sollten doch alle gleich behandelt werden, oder? Das wäre doch auch das, wofür die Kirchen angeblich stehen: Alle Menschen sind gleich. Aber – die Kirchen haben ein eigenes Arbeitsrecht, eine eigene Rechtsprechung und sogar (aber der interessiert mich absolut nicht) ein eigenen Staat. So ein wenig muß ich gerade an Reichsbürger denken … das ist auch eine (Irr)glaubensgemeinschaft.

Kindermissbrauch – warum darf eine Tätergemeinschaft über sich selbst richten? Das ist für mich das Gleiche, als würde ein Querdenker über einen Mord an einer Tankstelle richten dürfen. Da kann nur irgendwas zwischen Freispruch oder 2 Wochen Schrank- oder Küchendienst rauskommen. Wenn Staat und Kirche getrennt sind – warum gesteht man dann solche Freiheiten zu? Sollte nicht spätestens jetzt der Staat über der Kirche stehen? Bis jetzt sehe ich davon nichts

Die Kirchen sitzen in vielen Beratungsrunden mit rum – klar – entscheiden können sie da nichts, lenken aber schon. Ich bin gespannt, ob ich sie hier finden würde.

Die Kirchen sind also wie Putins Gas? Wir haben uns von ihnen abhängig gemacht (soziale Einrichtungen, Krankenhäuser usw.) und zahlen fleißig dafür – egal ob man Mitglied ist oder nicht. Man wird sie nicht los, weil nie eine Entschädigungssumme genannt wurde – sollte man diese dann nicht einfach mal ermitteln? Irgendwo muss doch stehen, wieviel die Kirche durch die Enteignung verloren hat. Dann hat man eine Summe, diese wird bis zu einem bestimmten Datum gezahlt und falls die Summe schon überschritten sein sollte, dann wird sie eben zurück gezahlt. Und wenn keine Summe ermittelbar ist … was machen Gerichte, wenn keine Beweise vorliegen?

Bei soviel Kirchengeflüster gleich noch ein Titel meiner Lieblingsband: Relatives Menschsein – Glaube. Mit viel Fantasie kann man dazu auch tanzen, allerdings nicht an Karfreitag!

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